Tja, wo fangen wir mit Erzählen an?
Evi und Wolfgang, unterstützt von Kerstin, unterrichteten schon seit Jahren in einem anderen Club. Irgendwann wollten sie dann wissen, wie man nach den neuesten Richtlinien zu tanzen hätte. Wolfgang hatte zwar großes Interesse an dem Thema, war aber leider aus beruflichen Gründen oft verhindert. Deshalb besuchten Kerstin und Evi einige der seltenen Workshops zu diesem Thema. Frei nach dem Motto: Wenn Frau schon da vorne steht und erklärt, dann sollte sie auch wissen, was sie tut.
In diesen Unterrichtseinheiten wurde gezeigt, wie so manche Bewegung korrekt ausschauen sollte. (Und was man alles falsch machen kann.) Dabei haben die Mädels festgestellt, daß man sich auf diese Art beim Tanzen viel leichter tut und es obendrein auch noch besser aussieht. Jede Gelegenheit, die sich in halbwegs erreichbarer Nähe bot, wurde ausgenutzt um das Erlernte zu vertiefen.
Das Wissen wurde natürlich an die Interessierten auf der Tanzfläche weitergegeben und schon bald war in kleinen Schritten ein Erfolg erkennbar. Es ist nicht so einfach, jahrelang Eingelaufenes auf einen Schnipps zu verändern. Doch Step by Step klappt’s dann doch.
Lehrreich war auch die Erkenntnis, daß es zu den verschiedenen Rhythmen verschiedene Motions gibt. Und entsprechend die Schritte anders ausfallen sollten. Alles Dinge, die in keinem Stepsheet (=Tanzbeschreibung) stehen, aber dennoch interessant sind.
In den Zeiten, als viele von uns mit Tanzen anfingen gab’s all diese Richtlinien noch nicht. Line Dance war eine schöne Freizeitbeschäftigung, doch es kam Keiner auf die Idee, es als Sport zu bezeichnen. Mit der Anerkennung im Jahr 2002 als Sportart kamen auch die Regelungen, die Tanzlehrer aus den Tanzschulen interessierten sich für den „neuen” Sport.
So kam es dann, daß das erste Tanzsportabzeichen im Line Dance in Bayern ausgeschrieben wurde. In unserem alten Club war das Interesse gering. Zu dem 2. Termin allerdings haben sich die ersten fünf angemeldet und sich Bronze ertanzt. Als die dann für Silber trainierten, kamen die nächsten auf den Geschmack und machten ihrerseits Bronze. Seit Mai 2009 haben die ersten vier Gold erreicht, drei haben sich Silber redlich verdient und zwei mit Bronze ihre Laufbahn angefangen. Im November folgte auch der letzte der aktiven Gründer mit Bronze. Das DTSA ist eine schöne Anerkennung der eigenen Leistung, aber absolut kein Muß. Auch Tänzer ohne Prüfungs–Absichten sind bei uns jederzeit willkommen.
Da wir versuchen wollen, Line Dance mit ein wenig Tanztechnik auch an Interessierte weiterzugeben haben wir uns im April 2009 dazu entschlossen unseren eigenen Verein zu gründen. Denn gemeinsam macht das tollste Hobby noch viel mehr Spaß als allein daheim im Kämmerchen.
Im Mai 2010 zogen dann 19 Fellows aus um beim DTSA vor die Prüfer zu treten. Sie kamen mit 14 Bronze, 1 Silber, 1 Gold und 3 Gold in der ersten Wiederholung nach Hause.
Das Leben ist viel zu kurz, um sich schöne Momente entgehen zu lassen.


